Januar 2013 Teil 3 - Sun for Children e.V.

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Januar 2013 Teil 3

Projekt Goma > Reiseberichte > 2013 Januar
 
 
 
 






10. Februar

Am Sonntag reisten wir mit dem Passagierschiff Emmanuel II nach Goma zurück. Auf dem Oberdeck kann man sich von der wunderschönen Inselwelt im Kivusee verzaubern lassen, nur leider war es an diesem Tag teilweise neblig, sodass auch die Hänge der Insel Idjwi nur im Dunst zu sehen waren. Nach einer Fahrt von ca. sechs Stunden wurden wir von Germain im Hafen von Goma abgeholt.

 
 
 
 
 


Nach einer kurzen Erholung im Hotel spazierten wir zum Zentrum, um der Theaterprobe unserer Kinder mit James und seinem Assistenten J.P. beizuwohnen.


 
 
 
 


Theaterprobe mit James

Anlässlich einer Informationsveranstaltung von drei Mitgliedern nach ihrer Reise nach Goma im Sommer 2011 wurde ein Projekt vorgeschlagen, in dem unsere Kinder in einem Zeitraum von 4 bis 6 Wochen Schauspielunterricht bekommen. Theaterspielen ist gut für die Entwicklung: es öffnet den Geist, macht frei, gibt Selbstvertrauen und schult den Ausdruck. Wir konnten einer Theaterprobe beiwohnen und waren begeistert von dem hingebungsvollen Einsatz unserer Kinder. Jedes Kind spielte eine Rolle nach seinem Können. Und dazu hatten alle einen riesengroßen Spaß.


 
 


11. Februar

Am Montag machten wir einen Ausflug nach Gisenyi/Ruanda und holten bei der Post das Weihnachtspaket ab.
Das jährliche Weihnachtspaket mit Geschenken von den Patinnen und Paten an ihre Patenkinder war leider zu Weihnachten nicht angekommen. Dies hing auch damit zusammen, dass wir das Paket nicht wie geplant Ende November verschicken konnten. Die kongolesische Rebellenmiliz M23 hatte im November die Stadt belagert und zeitweilig besetzt. Nach ihrem Rückzug war die politische Situation in Goma alles andere als entspannt. Während unseres Besuches konnten wir jedoch das Paket aufspüren und erfuhren, dass es bereits am 7. Januar bei der Post in Gisenyi/Ruanda abgeliefert worden war. Leider hatte die Post nicht, wie wir es erwartet hatten, Herrn Germain informiert, dass das Paket zur Abholung bereitlag. Jedenfalls freuten wir uns riesig, dass es unbeschädigt in Gisenyi angekommen war.



 
 


12. Februar

Am Dienstag starteten wir unsere Aufgabe Nr. 8. Wir wollten die Familie von Ushindi, einem dreizehnjährigen Mädchen, das seit zwei Jahren in unserem Heim lebt, besuchen. Das Haus der Familie befindet sich etwa 45 Minuten Fußweg von unserem Zentrum entfernt. Das Viertel wurde beim Ausbruch des Vulkans Nyiragongo im Januar 2002 teilweise von Lava verschüttet, was heute noch den Fußweg erschwert.

 
 
 
 







Die Eltern der 9-köpfigen Familie sind 2010 beide an AIDS gestorben.
Seitdem betreut die 15-jährige Yvette, die älteste Schwester von Ushindi, ihre sieben weiteren Geschwister: Sylvain (m) 14, Marline (w) 9, Aimé (m) 10, Fidèle (m) 7, Beaudouin (m) 5, Salomon (m) 3, Furahini (w) 2.
Zum Glück konnten die Kinder nach dem Tod der Eltern im Haus wohnen bleiben, da es der Familie gehört.

 
 
 
 
 


Nach dem Tod der Eltern musste Yvette die Schule - sie war bereits in der 2. Klasse der weiterführenden Schule - abbrechen, wie auch ihr Bruder Sylvain, der die 4. Klasse der Grundschule besuchte. Seitdem konnte keines der Kinder mehr in die Schule gehen. Damit Yvette auf dem Markt Bohnen und Zuckerrohr verkaufen konnte, hatte die Tante, die im Virungaviertel wohnt, die Betreuung der drei jüngsten Kinder übernommen. Jeden Morgen um 8 Uhr begeben sich die drei Kleinen auf einen Fußmarsch von über einer Stunde und kehren am Abend vor Einbruch der Dunkelheit gegen 18 Uhr wieder nach Hause zurück.
Kurzerhand beschlossen wir, zunächst zwei weitere Kinder der Familie (Marline und Fidel
) in unser Heim aufzunehmen, um Yvette zu entlasten. Wir möchten, dass Yvette und Sylvain wieder in die Schule gehen können. Damit Yvette sich am Nachmittag um ihre Schulaufgaben kümmern kann, wäre die Unterstützung durch eine Haushaltshilfe sehr willkommen. Wir möchten gern mit der CBCA die Möglichkeit einer solchen Unterstützung durch deren Diakonie besprechen.
Seit unserer Rückkehr in Deutschland haben wir bereits fünf Mitglieder gefunden, die diese Familie durch Patenbeiträge bzw. Zahlung des Schulgeldes unterstützen.
Unser Ziel ist es, die drei Geschwister, die jetzt im Heim leben und die drei Kleinen, die tagsüber bei der Tante untergebracht sind, mit Yvette, Sylvain und Aimé mittels finanzieller Unterstützung durch unseren Verein und personeller Unterstützung durch die CBCA zusammenzuführen.


 
 
 
 


Yvette mit sieben ihrer acht Geschwister

 
 


Die wichtigste Aufgabe Nr. 9 sollte ebenfalls am diesen Tag erledigt werden: Die Aktivierung unseres Partnervereins Jua Kwa Watoto. Wir waren von Prof. Karafuli zu einem Treffen eingeladen worden, bei dem auch weitere Professoren der Uni anwesend waren sowie seine Ehefrau Muteho Kasongo, die als langjährige Beraterin für große Hilfsorganisationen wie u.a. „Action Aid International“, arbeitet.
Frau Muteho hatte unser Heim bereits an Weihnachten besucht und einen leckeren Kuchen mitgebracht. Sie berichtete uns, dass sie von unserem Ansatz eines Kinderheims mit einer echten Familienatmosphäre sehr angetan ist. Sie lobte unsere Kinder und die Erziehung und Betreuung durch Mama Coletta und Germain sehr.
Bei diesem Treffen war auch Prof. Wasso anwesend, der Verantwortliche für Krankenversicherungen der Universität ULPGL. Mit Prof. Dr. Peter Merten, der als Universitätsmanager an der Uni ULPGL arbeitet, hatten wir bereits über die soziale Situation der Arbeitnehmer im Kongo und den Wunsch, für unsere Mitarbeiter eine Krankenversicherung abzuschließen, gesprochen. Prof. Merten hatte uns bereits empfohlen, uns mit Prof. Wasso auszutauschen.
Prof. Wasso erklärte uns, dass es im Kongo keine Krankenversicherung nach deutschem Vorbild gibt, weil nicht sicher ist, ob das Geld im Ernstfall auch zur Verfügung steht!! Es gibt aber ein anderes System. Hierüber müsste Germain weitere Informationen einholen.

 
 

Später an diesem Nachmittag hatten wir ein sehr erfolgreiches Gespräch mit Frau Muteho und Germain.
Frau Muteho bestätigte die Aussage von Herrn Mukuza, dass für die Erstellung eines guten Strategiepapiers unseres Partnervereins in Goma Jua Kwa Watoto zuerst einmal eine klare Definition der Vision und der  Mission notwendig ist. Ganz besonders freute es uns, dass sie zusagte, uns bei der Weiterentwicklung von JKW zu unterstützen. Sie meinte, dass es mit einem schlüssigen Strategiepapier möglich sein sollte, weitere Mitglieder für die Mitarbeit im „conseil de gestion“ (Verwaltungsrat) zu finden.
Frau Muteho bot an, uns beim weiteren Vorgehen zur Aktivierung des Partnervereins JKW mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

v.l.: Thomas und Willeke Kliesow, Ike Merten, Frau Muteho und unser Heimleiter Germain

 
 

Nach diesem wichtigen Gespräch ging Willeke nochmals ins Zentrum, um mit den Kindern das Lied „Bruder Jacob“ in den Sprachen Deutsch, Französisch und Swahili einzuüben.

 
 

13. Februar

Am Mittwoch führten wir am frühen Nachmittag das Abschlussgespräch mit Germain und Joyce zur Optimierung der Kommunikation zwischen SfC und der Heimleitung. Hierbei wurden auch Form und Inhalt des Finanzberichtes und des Tätigkeitsberichtes, die monatlich von der Heimleitung zu erstellen sind, abgestimmt.
Damit war auch unsere letzte Aufgabe erfüllt.


 
 


Vorbereitungen für unser Abschiedsfest:

 
 
 
 








Um 16:00 Uhr begann das Fest, bei dem auch die Geschenke aus dem Weihnachtspaket verteilt wurden. Hierbei konnten wir unsere Beraterin und Finanzkontrolleurin Brigitte von JKW begrüßen, die leider während des größten Teils unseres Aufenthaltes aus beruflichen Gründen in Kinshasa sein musste.

 
 
 
 
 




Die Kinder waren überglücklich über die kleinen Aufmerksamkeiten der Patinnen und Paten. Auch alle Mitarbeiter bekamen ein kleines Geschenk.

 
 
 
 







Mama Coletta hatte zusammen mit Akili und einer weiteren Frau aus ihrer Familie ein herrliches Festmahl für die Kinder und für uns zubereitet. Als Krönung gab es für jedes Kind eine Flasche Limo und als Dessert eine Riesenschüssel mit Obst

 
 
 
 
 

Nach dem Festessen sangen die Kinder das mit Willeke eingeübte Lied „Bruder Jacob“ in den Sprachen Deutsch, Französisch und Swahili und meisterten sogar den Kanon, wobei der große Kennedy sich als flinker Dirigent erwies. Es war ein sehr gelungenes Fest.

 
 
 
 


Letzte Impressionen aus Goma:

 
 
 
 



14. Februar

Nach drei  erlebnis- und erfolgreichen Wochen brachen wir am Donnerstag nach Kigali auf, von wo aus wir am Freitag nach Deutschland zurückflogen.


Impressionen aus Ruanda:

 
 
 
 



Während unseres Aufenthaltes haben wir sehr viele sympathische und sehr kompetente Menschen kennengelernt.
Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft hat uns sehr berührt.



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü